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80. Amerika, du hast es besser? Donald Hall, der gegenwärtige poet laureate der USA, reist durch das Land und plädiert für ein aufgeschlosseneres Lyrikverständnis. Er sieht auch Fortschritte. Früher seien Gedichtbände bekannter Autoren in Auflagen von 1000 Stück üblich gewesen, heute würden immer mehr Verlage die Bände in erster Auflage mit 8 oder 10 tausend Exemplaren herausgeben. / Elizabeth Lund, Christian Science Monitor 17.4. 79. Sechs posthume Fragmente des israelischen Lyrikers Yehuda Amichai (1924 Würzburg - 2000) veröffentlicht die amerikanische Zeitschrift The New Republic vom 23.4. (schon im Netz*). Darunter diese (aus dem Hebräischen übersetzt von Leon Wieseltier)
And what about God?
Lonely Man
Even his wars
In L&Poe: 2001 Jul; 2002 Jun (Letter of Recommendation); 2004 Nov #61. Jehuda Amichai; 2005 Jan #56. Wortlos fehlende Verbindung; 2006 Mrz #22. Nizza Thobis neue CD "Jiddisch is gor nischt asoj schwer"; Mai #101. Land ohne Ghetto; Okt #91. Amichai französisch **) In meiner Eigenschaft als protestantischer Heide kann ich nicht umhin, den zivilisatorischen Rückstand des Christentums festzustellen, das im Prozeß der Seligsprechung des verstorbenen ehemaligen Papstes gegenwärtig in der schwierigen Lage ist, ein Wunder nachzuweisen, was zweifellos seinen routinegemäßen Gang gehen wird. 78. Argentinien wird Gastland Argentinien wird 2010 Gastland der Frankfurter Buchmesse. Nach Mexiko (1992) und Brasilien (1994) wird Argentinien das dritte Gastland aus Lateinamerika in Frankfurt am Main sein. / Berliner Morgenpost 18.4. Argentinische Lyrik bei L&Poe: 2001 Mrz (Seit einigen Jahren wird die moderne argentinische Lyrik); 2004 Mrz #72. Neu bei Parasitenpresse; 2006 Jun #87. DEVOLVER EL FUEGO / Zurueckfeuern Lateinamerikanische Lyrik: 2004 Nov #69. Esther Andradi; 2005 Mai #67. Austro-Spanisch; 2006 Jun #87. DEVOLVER EL FUEGO / Zurueckfeuern; 2006 Nov #9. Lyrik auf Rädern; 2006 Nov #19. Latinale; 2006 Nov #34. Hören und lesen: VERSschmuggel Deutsch-Spanisch 77. Körper Metapher Höhnisch bedient er Samba-Klischees, um sie gleich darauf abrupt, auch komisch zu brechen – zum Beispiel indem er sich die Flagge zwischen seine Pobacken klemmt und wie im Triumph hinter sich herzieht. Oder indem er sein nacktes Glied minutenlang wie eine Schlange vor sich herschleudert oder es in seinem Hodensack zum Verschwinden bringt. / Tagesspiegel 10.4. Ergänzt wird das Programm durch Vorträge und Gespräche; unter dem provokanten Titel "Luxusarsch mit nacktem Körper“ wird etwa über den Beitrag der Schwarzen zur brasilianischen Kultur diskutiert. / Tagesspiegel 15.4. Nicht nur lässt Choreograf Fauller nur in Spitzenschuhen tanzen, er faltet und wendet die nackten Körper auch so selbstverständlich indiskret, dass dem Betrachter keine Körperöffnung verborgen bleibt. / Berliner Morgenpost 17.4. Das Festival des brasilianischen Tanzes, "Move Berlim“, findet noch bis 22.4 statt 76. Gedichte von der Front II ICH WILL GEDICHTE, DIE NICHT UM SICH SCHLAGEN. Den Trends und Moden zu entsprechen, feine Ideenträger wären einer Lehre, Verweisungen auf Täuschungsnot und faire, / Thomas Kunst, Leipzig Gedichte von der Front I #68 75. Pulitzerpreis für Natasha Trethewey Am Montag wurden die Pulitzerpreisträger 2007 bekanntgegeben. Den Preis für Lyrik gewinnt Natasha Trethewey für den Band “Native Guard”, ihren dritten Gedichtband. Die Autorin, Tochter einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters, schreibt vom Leben ihrer Mutter und von ihrem Geburtsland Mississippi. Das Titelgedicht erzählt von einem Soldaten, der in einem der ersten komplett schwarzen Regimenter der Unionsarmee diente. Frau ("Ms.") Trethewey ist 40 Jahre alt und lehrt Creative Writing an der Emory-Universität in Atlanta. Die anderen Finalisten waren: “The Republic of Poetry” by Martin Espada; “Interrogation Palace: New & Selected Poems 1982-2004” by David Wojahn. Die Preise sind mit je 10.000 Dollar (rund 7400 Euro) dotiert und werden für herausragende Leistungen im Journalismus sowie in Kunst und Kultur in 21 Kategorien vergeben. / NYT* 16.4. Was auch immer dies uns sagen will: Der Artikel im FAZ.net berichtet über die Preise für Journalismus und erwähnt die Preisträger für Roman und Musik. Das Wort Lyrik und der Name Trethewey kommen im Bericht überhaupt nicht vor. (Na klar, ist auch keine Lyrikzeitung). So groß ist unsere Neugier auf anderswo ausgezeichnete Lyriker nun auch nicht. Punkt. Da reichen die von uns selber ausgezeichneten völlig aus. xu Vgl. L&Poe 2007 Apr #7. Shenandoah 74. Fragen Sie Reich-Ranicki (FAZ.net 16.4.) Sind mir wichtige Autoren entgangen? Ja, vermutlich ist das der Fall**. Andere mögen mehr Literatur kennen als ich. Aber warum muss ich mich eigentlich immer wieder rechtfertigen? Ich werde auch häufig gefragt, was ich von diesem oder jenem Schriftsteller halte. Wenn ich eine solche Frage unbeantwortet lasse, dann bedeutet das, dass ich diesen Autor nicht kenne oder aber ihn zwar kenne, doch nicht öffentlich erklären möchte, warum ich mich über ihn nicht äußere. Wir leben doch in einem freien Land, nicht wahr? **) Allerdings meint er im Kontext eher Autoren aus Zypern oder Albanien als deutsche (von denen jeder meiner Leser auf Anhieb einige nennen könnte, nicht wahr? Schließlich sind sie auch freie Menschen) 73. Sinn und Form 2/2007 Durs Grünbein: Schule der Autopsie (Zürcher Poetikvorlesung); Gedichte von Tadeusz Rózewicz; Christina Weiss: Über Oswald Egger (Rede zur Verleihung des Christian-Wagner-Preises); Ingomar von Kieseritzky: Elegische Miniatur für Oskar Pastior (Rede in der Akademie der Künste, 28.10. 2006) 72. Wilhelm Busch, Avantgardist "Wie wollte man den deutschen Humor definieren, wenn es Wilhelm Busch nicht gegeben hätte?" fragt Tomi Ungerer, der Zeichner. Die Antworten, die die Dichterprominenz parat hat, erweisen sich indes als bar jeden Humors. "Abends Lektüre von Buschs "Humor. Hausschatz" - eher verstimmend" heißt es in Thomas Manns Tagebüchern. Heinrich Böll mokierte sich über die "perniziöse Häme eines Wilhelm Busch". Jenseits des Atlantiks sah man das anders. "Fast jedes meiner Bücher zeigt, wie ich von Busch gestohlen habe", bemerkte Maurice Sendak, der Bilderbuchmaler der "Wilden Kerle". Aber auch seine Vorgänger, die Väter des Zeitungs-Comics, haben nie verleugnet, was sie "Max und Moritz" verdanken. Das gilt für Rudolph Dirks' "Katzenjammer Kids" wie für "The Yellow Kid" von Richard Outcault oder George McManus' "Bringing up Father". Darum nehmen sie jetzt auch an der Gratulationscour zum 175. Geburtstag des Namenspatrons im Wilhelm-Busch-Museum Hannover teil. "Wilhelm Busch. Avantgardist aus Wiedensahl" heißt bis 18. November dieser Ausstellungsteil im Obergeschoss des Wallmodenschlösschens. Amerika-Verächter mögen dort ihr Vorurteil bestätigt finden, Schadenfreude verbunden mit altstiligen Moral- und Erziehungsvorstellungen seien das, was Buschs Bilderbogen mit dem frühen Comic verbinde, weil ihrem "eisigen hochgesteltzten Intellekt" (wie Busch einmal anmerkte) entgehe, "warum und wann die Leutchen eigentlich lachen". / Peter Dittmar, Berliner Morgenpost 15.4. Gregor Koalls Lyrikmail spendiert zum Anlaß (175. Geburtstag) ein Gedicht: Trauriges Resultat einer vernachlässigten Erziehung In L&Poe: 2001 Aug #19. Der Deutschen liebste Gedichte; 2004 Feb #39. Zehn Thesen zum komischen Gedicht; 2005 Jan #26. 13 Kilo Busch; Jul #73. Guido Westerwelles Libido; 2006 Jun #50. Fall auf die Welt; Sep #109. Wilhelm-Busch-Förderpreis 2006 vergeben. Zum Glück gibt´s noch Morgenstern; 2006 Nov #127. Dirnenlieder; 2007 Jan #114. Lyrikdebüts 2006 71. Preis für irischen Dichter Der irische Dichter Sean Lysaght erhält den 11. O'Shaughnessy Award for poetry, der vom Center for Irish Studies at the University of St. Thomas vergeben wird. Seine Lyrik ist durchtränkt von der Landschaft Westirlands und ihren Geschöpfen. Beim Radiosender MPR (Minnesota Public Radio) kann man ihn Gedichte lesen hören sowie Texte über den Einfluß der irischen Literatur, den Unterschied zwischen Lyrik und Blogging oder darüber, wie er jüngst den Dichter Henry David Thoreau entdeckte. 70. Twelve Patti Smith ist wieder da - mit 12 Coverversionen von Jimi Hendrix et al. Elke Buhr berichtet, FR 14.4.: Als Patti Smith in diesem Frühjahr in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, hat sie in ihrer Dankesrede beschrieben, wie der Rock in ihrem eigenen Leben Wurzeln schlug. Im Jahr 1955 war es, in einem kleinen Ort in New Jersey. Die kleine Patricia ging an der Hand der Mutter zur Sonntagsschule. Aus einem Lokal hörte sie Little Richard "Tutti Frutti" singen - und riss sich von der Hand der Mutter los. Diese Bewegung der Befreiung ist es, für die Rock'n'Roll ihr zur Chiffre wurde: Befreiung vom Elternhaus, von der Kleinstadt, von der Arbeit in der Fabrik, von den politischen Autoritäten, von der Prüderie und den festgefügten Bildern davon, was eine Frau ist und was ein Mann. Patti Smith: Twelve, SonyBMG. In L&Poe: 2003 Mrz (Audio-Archiv); 2004 Feb #11. Gesamtkunstwerk Patti Smith; Mrz #1. Patti Smith rebelliert; Apr #71. No Bushido; Jul #61. Zwei Tageszeitungen; 2005 Aug #66. Heilmittel gegen Poesie / #75. Wenn Patti Smith; 2006 Okt #96. House of the Rising Punk Falls; Dez #103. "Patin des Punk" wird 60; 2007 Feb #43. Das ist die Meinung von Will Blake! 69. Stephan Lochner hat mehr Glück mit deutschen Ex-Staatsmonopolisten. Als ich. Das kam so. Der Kölner Maler Stephan Lochner erhielt einen Werbebrief der Deutschen Post AG. Der Brief hatte die Anschrift: "Stephan Lochner, Domkloster 4, 50667 Köln". Da Herr Lochner vor 556 Jahren verstorben ist, konnte er das bestimmt großzügige Angebot nicht annehmen. Die Berliner Morgenpost vom 14.4. berichtet: Dompropst Norbert Feldhoff schrieb daraufhin an Klaus Zumwinkel, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post. Darin heißt es, Lochner könne "in seinem derzeitigen Zustand weder Ihr Vorzugspaket noch den ,besonderen Service', alle deutschen Briefmarken-Neuerscheinungen vier Mal im Jahr automatisch zur Ansicht nach Hause zu bekommen, wahrnehmen." Vor einem Jahr bereits war Meister Stephan die Gold Card von American Express angeboten worden, dann offerierte ihm die "Neue Zürcher Zeitung" ein Abonnement. In allen Fällen wurde die Post von Dompropst Feldhoff beantwortet. Da Lochner das großzügige Angebot nicht mehr annehmen könne, bitte er um eine Spende für den Dom. Zumwinkels Büro erwiderte darauf, man verstehe, dass der Propst Lochners neuen Aufenthaltsort nicht preisgeben wolle, da die Kirche Verfolgten und Gesuchten ja seit jeher Unterschlupf gewähre. Dem Spendenaufruf kam die Post nach und gab 1111,11 Euro für das neue Gerhard-Richter-Fenster im südlichen Querschiff. Bei mir, wie gesagt, lief es weniger glücklich. Ich bin ja auch nicht tot. Auch ich erhalte unerbetene Werbung von vielen Seiten, so auch von der Deutschen Post. Aber das ist ein geringes Problem. Schlimmer schon die Werbeanrufe. Am schlimmsten die Deutsche Telekom. Die ist ja jetzt privat, heißt es, und konkurriert mit anderen Anbietern. Also wechselte ich im August 2006 zu einem solchen, der für weniger Geld eine viel schnellere DSL-Leitung bot. Leider aber verringerten sich meine Kosten nicht. Sondern stiegen. Telekom wollte nicht von mir lassen. Was ich vorn kündigte, kam von hinten unter anderem Namen wieder. Briefe, Dutzende Telefongespräche mit Hotlines, auch bezahlten, Vorsprachen im örtlichen Stützpunkt der Firma halfen nicht. Einmal kam eine halbe Entschuldigung und 20 Euro Gutschrift. Einmal sagte eine mitleidige Mitarbeiterin: "Da ist ja auch alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann." Das war im vergangenen Oktober. Immerhin war ich fast 3 Wochen vom Internet abgeschnitten, nachdem ich nur einen "XXL"-Tarif kündigte. Aber wie sehr irrte sie! Es konnte noch mehr. Vor knapp vier Wochen hatte ich es satt und kündigte alle Leistungen der Deutschen Telekom. Alle außer, ausdrücklich, einer Leitung, die ich für die DSL des Drittanbieters brauche. Ich verwies darauf, daß mir schon einmal im Herbst die Leitungen gekappt worden waren. Natürlich passierte es wieder. Nicht nach den vertragsgemäßen 5 Werktagen. Aber in der Nacht zum Gründonnerstag um 22:30 Uhr ging alles aus. Telefon und Internet. Ich hatte gerade eine L&Poe-Nachricht geschrieben. Nichts ging mehr. Am nächsten Tag telefonierte ich mit Handy für sehr viel Geld mit einer Hotline. Ging dann zum T-Punkt, oder wie das jetzt heißt. Ja, ich hätte doch alle Leistungen gekündigt? Ja, außer der einen Leitung! Die freundliche Mitarbeiterin (die m ich schon kannte), kümmerte sich. Eine Telefonleitung wurde wieder freigeschaltet. Ja aber. Gleichzeitig nämlich erhielt mein neuer Anbieter eine Mitteilung der Telekom. Des Inhalts, daß mein Anschluß gekündigt sei. Daraufhin sperrten die den DSL-Hahn zu. Und schrieben mir, sie verstünden meinen Unmut, aber wenn sie wieder anschalten, koste das 49 Euro. Soweit der Zwischenstand. Natürlich sehe ich nicht ein, warum ich für etwas bezahlen soll, was ich nicht bestellt habe. Nicht schon wieder. Das Problem ist nur, daß die Leitungen, die in mein Haus führen, zwar nicht von der Telekom finanziert wurden, sondern von mir als Steuerzahler. Aber nach dem Willen unserer Politiker ihr geschenkt wurden, damit sie ihre Kunden und Mitbewerber damit kujonieren möge. Was in alle Ewigkeit Amen geschieht. Europa hilf! Aber das kann dauern. Stephan Lochner hat mehr Glück als ich. Vielleicht hat auch der Postvorstand mehr Humor. Falls aber der Vorstand der Telekom Lyrikzeitung liest... Eine kleine Spende - ein Zehntel der Summe würde die Unkosten wenigstens des letzten Monats ausgleichen. Ich könnte mich m it einem schönen Gedicht über Telekommunikation revanchieren. Spende an (Mail an mich).** NB Vorstehendes zur Erklärung, warum zur Zeit keine Nachrichten per Lyrikpost gesendet werden können. ** Inzwischen verliert die Firma tausende Kunden und denkt, es hätte nichts damit zu tun. 68. Gedichte von der Front ICH WILL GEDICHTE, DIE BESESSEN SIND
/ Thomas Kunst, Leipzig 67. Postum in Kairo geehrt In der ägyptischen Wochenzeitung Al-Ahram erinnert Nehad Selaiha an den Dichter Nagib Surur (vgl. #57. Das Umiyyat), der im Metropoltheater mit einer Feierstunde zum "diamantenen Geburtstag" geehrt wurde, sagt sie. (offenbar 65 Jahre gemeint) Der Direktor Iman Al-Sirafi lernte Nagib Surur zuerst im zarten Alter von 17 kennen. Der Ort war eine Nervenklinik in Alexandria, wohin das Regime den 38jährigen abtrünnigen Poeten gesteckt hatte, nachdem er eine Zeitlang in der Al-Abassiya-Klinik in Kairo verbrachte hatte, wo er mit Elektroschocks bestraft worden war. Das hatte tiefe Wirkungen auf die Einbildungskraft des jungen Iman.Er hatte zwei Stücke des großen Dichters gelesen und zitierte sie immerzu vor seinen Freunden, ohne etwas über den Autor zu wissen. Eines Tages erzählte ihm ein Freund, der als Pfleger in jener Klinik in Al-Muntazah arbeitete, daß der Mann, den er so bewunderte, unter den Insassen war. In den nächsten vier Jahren, bis Sutur 1974 als menschliches Wrack entlassen wurde, schloß sich Al-Sirafi eng an ihn an und konnte sogar die Klinikleitung überreden, ihm gelegentlich an Wochenenden Urlaub zu gewähren (auf Imans Verantwortung). Surur benutzte diese kurzen Augenblicke der Freiheit, um seine neuen jungen Freunde in die Welt des Theaters, der Lyrik und der Politik einzuführen, und half ihnen, einige Aufführungen zusammenzustellen. 1978 starb er elend, weil eine Klinik ihm nicht rechtzeitig Insulin beschaffte. 66. Jewtuschenko in Flat Rock Der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko besucht am 20. April das Haus des Dichters Carl Sandburg in Flat Rock, das heute eine Nationale Gedenkstätte ist. Jewtuschenko wurde stark von dem amerikanischen Dichter beeinflußt und traf ihn persönlich 1959 in Moskau. Anfang der 60er Jahre errang er internationalen Ruhm mit seinen Attacken auf die sowjetische Bürokratie und das Erbe Stalins. Das Gedicht "Babi Jar" (1961) kritisierte die sowjetische Gleichgültigkeit gegenüber dem Nazimassaker an den Kiewer Juden im September 1941. Jewtuschenko trifft sich mit dem Filmemacher Paul Bonesteel, der an einem Dokumentarfilm über Carl Sandburg arbeitet. / Asheville Citizen-Times 11.4. Jewtuschenko in L&Poe: 2001 Feb (It is a source of wonderment and pleasure); Apr (Kulturoffensive); 2003 Jul (Jewtuschenko 70); 2004 Mai #58. Jewtuschenko in Dresden; Aug #7. Jewtuschenko; Sep #47. Jewgenij Jewtuschenko; 2006 Mrz #43. Als die große Hilde Domin noch die kleine Frau Palm war; Sep #92. Babi Jar Carl Sandburg: 2002 Apr # Glückliche Amerikaner!; 2002 Okt # Poetry-Magazin 65. Weltensammler Ilija Trojanow ist ein wahrer Kosmopolit. Geboren in Bulgarien (1965), mit den Eltern nach Deutschland geflüchtet, hauptsächlich in Kenia aufgewachsen, schrieb den Roman "Der Weltensammler" auf Deutsch und Gedichte auf Englisch. Im Standard am 12.4. ein Gespräch mit ihm anläßlich seiner Wiener Poetikvorlesungen. 64. Boomende Lyrik Im DLF-Büchermarkt am 9.4. Enno Stahl über junge Autoren und Verlage. Hier einige Auszüge (die Sendung kann beim DLF auch als Hördatei geladen werden - am sichersten ein kostenloses Abonnement via podcast): Größter Lyrikboom seit dem Expressionismus Zwar gibt es auch heute namhafte deutsche Poeten, die sich der öffentlichen Wahrnehmung sicher sein können. Doch mehr als eine Handvoll ist das nicht und bei manchen wundert man sich auch ein wenig darüber. Gleichzeitig ist es aber so, dass - wenn man sich die Anzahl der nachwachsenden jungen Autoren anschaut - die Lyrik den größten Boom seit der expressionistischen Epoche verzeichnet. Ja, wir versteigen uns zu der Behauptung: noch nie haben so viele junge Autorinnen und Autoren auf so hohem Niveau Gedichte geschrieben wie im Augenblick. Nicht umsonst wird von vielen Seiten süffisant die Tatsache kolportiert, dass es eben so viele Lyrik-Produzenten gebe wie -Rezipienten. Das mag wirklich so sein, ist aber auch nicht schlimm, denn der Umgang mit Lyrik erfordert ein gewisses Expertentum. ... Kunstanstrengung... Über mangelnde Aufmerksamkeit können sich die Kookbooks-Autoren also nicht beklagen. Das ist um so erstaunlicher, als dass ihre Literatur von einem hohen Reflexionsniveau geprägt ist. Stellvertretend dafür erklärt Tom Schulz, der 2006 seinen ersten Gedichtband "vergeuden, den Tag" bei Kookbooks veröffentlicht hat, seine Konzeption der modernen Lyrik: Ich denke, dass Gedichte mehr oder weniger was Offenes sind, sie sind nicht dieser geschlossene Raum, und sie haben auch eine andere Sprechsituation als die, die wir vielleicht kennen, noch aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Sie sind für mich also auch offene Formen, sie haben mit Fragment zu tun. Was ich damit meine, ist, dass es nicht mehr dieses traditionelle Modell gibt: ein Gedicht wird eröffnet, am Ende gibt es so eine Engführung, dass das Anfangsmotiv wieder auftaucht, also es ist halt nicht so ein geschlossenes Gebäude, sondern es gibt halt verschiedene Wege, vielleicht Fluchtwege, und verschiedene Ebenen, so wie es halt verschiedene Ebenen auch in einem Prosatext geben kann, so hat auch ein Gedicht mehrere Ebenen, das können sprachliche Ebenen sein oder Denkebenen, auf jeden Fall ist dieses eindimensionale Gedicht passé. ... ... oder sozialer Realismus Während die Kookbooks-Publikationen große Kunstanstrengung verraten, und sich im übrigen weitgehend aus der jungen Berliner Lyrikszene speisen, orientiert sich der Yedermann Verlag geografisch wie inhaltlich anders. Der Kölner Lyriker Adrian Kasnitz etwa legt in seinem Band "innere sicherheit" einen ziemlichen ungeschminkten sozialen Realismus an den Tag: "barackenwhiskey / hinter butzenscheiben krepieren die alten / seit jahr und tag. Das kölsch nährt sie / der rauch verlängert ihr leben, solange / bis heike klaren nachschenkt". Das sind Töne, die man von seinem ersten Gedichtband her nicht kennt: Es ist natürlich eine Zusammenstellung von Texten, die ich halt bewusst so gewählt habe. Ich hab jetzt nicht nur sozial-realistische Texte. Aber ich hatte halt vor, so einen Band zu machen und so gezielt zusammen zu stellen. Also Texte, die einfach rauer sind in ihrer Tonart. Teilweise auch ins Vulgäre gehen von der Sprache her. Doch nicht nur sozialer Realismus kommt hier zum Vorschein, auch politische Themen werden angesprochen, da wird das "lied der langzeitarbeitslosen" angestimmt: "in der tasse kalk und aufgeplatzt / der beutel. schlieren als dämmernder / morgengruß. krümel als spuren von leben und sterben." ... Achim Wagner, ebenfalls aus Köln, ebenfalls mit einer neuen Publikation bei Yedermann vertreten, spricht sich gegen politische Bekenntnisse aus, obwohl auch er die soziale Realität als Problemhorizont der zeitgenössischen Lyrik auffasst:... Das, was Wagners Gedichte in ihrer Bildlichkeit vorführen, ist einmal mehr die städtische Realität mit ihren sozialen Abgründen und Elendsbildern, worin sich durchaus ein Bezug zu Kasnitz' Band einstellt. Trotz solcher Parallelen - auch zu den Büchern der Kookbooks-Lyriker Schulz und Rinck - zeigt der Blick auf diese Publikationen nur zweier Verlage, dass die heutige Lyrik eine große Spannbreite besitzt. Dass soziale und politische Themen zumindest nicht völlig ausgeschlossen werden, ist erstaunlich und lässt hoffen. 63. Für Nachtschwärmer brechtelt es heute nacht (vom 12. zum 13.!) kurz nach 3 Uhr im DLF am siebenten Tage unter leichten Winden: Luca Lombardi: Tui-Gesänge Ellen Hünigen: Von des Cortez Leuten 62. Ein Mensch ist tot Auf dem Nymphenburger Friedhof an der Maria-Ward-Straße [in München] sucht man neben schmucken Kreuzen und Grabsteinen lange vergeblich nach dem Grab von Eugen Roth (1895 - 1976). Seine letzte Ruhestätte fällt wegen des simplen Namensschildes eher unrühmlich auf: Nur ein einfaches Holzscheit steckt in der Erde, nicht mal 40 Zentimeter hoch. Vier Buchstaben sind draufgekritzelt: "Roth". Drunter hängt ein Zettel, als stummer Aufschrei von einer Nymphenburgerin mit Reißnägeln provisorisch auf dem Holz befestigt. "Lieber Eugen Roth, leben Ihre Kinder - die Herren Söhne! - in Not (Tantiemen)? Mir wird ganz bang, das Kreuz fehlt schon so lang. Ich vergess' Sie nicht, zünd an ein Licht." ... Als junger Mann schrieb Roth ernste Lyrik, arbeitete als Redakteur bei den Münchner Neuesten Nachrichten. Nachdem die Nazis ihn im April 1933 fristlos entlassen hatten, entdeckte er seine Begabung für amüsante Gedichte. Es begann der Siegeszug von "Ein Mensch". / SZ 5.4. Eugen Roth in L&Poe: 2005 Aug #58. Der Hamburger; 2007 Jan #100. "Moderne" oder "richtige" Gedichte? 61. Poeten in finstern Zeiten Und so zeigte [Hannah] Arendt gerade Platon, der die Dichter aus der Polis verbannen wollte, sich selbst aber nicht scheute, einem politischen Tyrannen zu huldigen, was eine Harke ist, indem sie der poetischen Sprache der Dichter eine politische Statthalterfunktion auch und gerade in "finsteren Zeiten" zumaß. Jene "finsteren Zeiten" waren aus ihrer Sicht nicht nur die Zeiten unter den totalitären Diktaturen, sondern allgemein solche, unter denen die Lichter auf den Bühnen der politischen Öffentlichkeit versiegen, erlöschen und von den unpolitischen Antrieben der Arbeits- und Konsumgesellschaft aufgezehrt werden. In den leeren Zwischenräumen bleiben dann nur noch Wenige und Einzelne zurück, die untereinander Verständigung suchen, dankbar darüber, wie Arendt einmal schrieb, "dass es doch verhältnismäßig viele Noahs gibt, die auf den Weltmeeren herumschwirren und versuchen, ihre Archen so nah wie möglich aneinander heranzusteuern." In dieser Ausstellung bilden die Archen ganze Fregatten: Kafka und Rilke, Benjamin und Brecht, Auden und Broch sind ebenso dabei wie Albert Camus und Nathalie Sarraute, Hilde Domin und Elizabeth Sewell, Anthony Hecht und Uwe Johnson, Robert Lowell und Robert Gilbert, der vergessene Texter von Schlagern wie "Das gibt"s nur einmal" und "Das ist die Liebe der Matrosen". / VOLKER BREIDECKER, SZ 5.4. Ausstellung im Literaturhaus Frankfurt am Main bis zum 15. April, vom 24. April bis 8. Juni im Münchner Kulturzentrum Gasteig. Der im Verlag Matthes & Seitz erschienene Katalog kostet 18,80 Euro. 60. American Life in Poetry: Column 107 BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE, 2004-2006 Naomi Shihab Nye is one of my favorite poets. She lives in San Antonio, Texas, and travels widely, an ambassador for poetry. Here she captures a lovely moment from her childhood.
Supple Cord
My brother, in his small white bed,
Reprinted from "A MAZE ME," Greenwillow, 2005, by permission of the author. Copyright (c) Naomi Shihab Nye, whose most recent book of poetry is "You and Yours," BOA Editions, Ltd., 2005. This weekly column is supported by The Poetry Foundation, The Library of Congress, and the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. This column does not accept unsolicited poetry. 59. Wordsworth-Rap 200 Jahre danach kann man das Gedicht über "Daffodils" (Osterglocken) von William Wordsworth als Popvideo gerappt hören bzw. sehen. / Guardian 11.4. Hier der Anfang in beiden Fassungen: The original:
I wandered lonely as a cloud
The rap:
I wandered lonely along as if I was a cloud
The rap can be heard on www.golakes.co.uk/wordsworthrap Wordsworth in L&Poe: 2001 Mrz # Osterglocken (Golden daffodils); 2001 Mrz # Largely through the mediation of Coleridge; 2001 Jul; 2002 Apr # William Blake; 2002 Sep # Wordsworth was in town; 2004 Mrz #62. Massen-Simultanlesung; 2004 Apr #55. Nächtliches Abenteuer eines werdenden Dichters; 2004 Aug #49. Prelude zu Freud; 2005 Feb #68. ANNE WINTERS is a nature poet; 2005 Mai #44. Wenn Amerikaner Sonette schreiben; 2005 Mai #100. Fußnotenpflicht für Lyrik; 2006 Mrz #119. Was wir zuerst gelesen; 2006 Jul #107. Bum-bum-bum bum-bum...; 2006 Dez #35. Gotisch, zweideutig, amoralisch; 2007 Feb #52. Die Freundschaft; 2007 Mrz #120. Sturm (im Wasserglas?) der US-amerikanischen Lyrik; 2007 Apr #28. Gaga for Brecht; 2007 Apr #45. Über das Verhältnis von Autobiographie und Lyrik 58. Pionierinnen Im Rahmen des National Poetry Month schreibt Dorothy Word bei Frost Daily über drei Pionierinnen schwarzen Schreibens in den USA aus drei Jahrhunderten: Phillis Wheatley (1754-1784), Frances Ellen Harper (1825- 1911) und Margaret Walker (1915-1998). Phillis Wheatley bei L&Poe: 2005 Nov #55. Sensationelle Auktion; 2005 Nov #98. Noch ein Rekordpreis 57. Das Umiyyat Ohne Zweifel war Nagib Surur, der ägyptische Lyriker, Dramatiker, Schauspieler und Kritiker, ein komischer Kauz. Er überraschte Freund und Feind, und viele hielten ihn für verrückt. Vielleicht war er das, aber wie ein Bewunderer sagte: "Er war nicht käuflich, nicht korrumpierbar, nicht bestechlich. Wenn das verrückt ist, dann ist Ägypten das geistig gesündeste Land der Welt." ... Er schrieb auch Gedichte, und für eins davon, bekannt als "Das Umiyyat", verdient er besonders in Erinnerung bewahrt zu werden. (Tatsächlich ist "Das Umiyyat" nicht der volle Titel, aber so nennen es die Ägypter in vornehmer Gesellschaft). Vermutlich am ehesten mit Allen Ginsbergs einst berüchtigtem Gedicht "Howl" zu vergleichen. Der ägyptische Journalist Hani Shukrallah beschrieb es so: "Geschrieben in umgangssprachlichem ägyptischen Arabisch und mit sexuellen Bildern in ihrer vulgärsten Straßenform, ist das Gedicht eine wilde Kritik des Nasserregimes ... ein Regime, das sorgfältig und oft extrem rücksichtslos alle zivilen Freiheiten im Namen des "nationalen Kampfes" aufhob, nur um diesen Kampf dann in wenigen Stunden zu verlieren [im Sechstagekrieg mit Israel 1967] Mahmud El-Lozy, Dozent an der Amerikanischen Universität in Kairo, meint: "Das Umiyyat ist ein schockierendes, verstörendes, satirisches Werk und steht im Zentrum von Sururs Schaffen... Es ist ein direkter und machtvoller Strom von Schimpfworten, Beleidigungen und Lyrizismen, der direkt aus dem Unbewußten zu kommen scheint..." / Brian Whitaker in seinem Blog bei guardian.uk (der hinzufügt, es sei an der Zeit, das 6000 Worte lange Gedicht ins Englische zu übersetzen). Bei L&Poe: 2006 Okt #105. Haft für "obszöne" Gedichte Hier eine spanisch-arabische Version des Gedichts (angeblich UTF8, was aber bei mir weder das Spanische noch das Arabische korrekt darstellt). Der Titel heißt in der spanischen Fassung: Vierzeiler über die Fotze seiner Mutter 56. Sensation: Puschkin-Uraufführung nach 70 Jahren Im Jahre 1936 begannen der sowjetische Komponist Sergej Prokowjew und der Regisseur Wsewolod Meyerhold an einer Inszenierung von Alexander Puschkins "Boris Godunow" zu arbeiten. Prokowjew komponierte 24 Stücke, und Meyerhold begann mit Proben. Im folgenden Jahr erfaßte der Stalinsche Terror den visionären Regisseur, und das Projekt blieb stecken. Drei Jahre später wurde Meyerhold erschossen. Vor kurzem wurden Meyerholds Originalnotizen und Prokowjews handschriftliche Partitur mit Kommentaren wiederentdeckt. Donnerstag abend wird das Stück im Berlind-Theater in Princeton uraufgeführt mit 70 Jahren Verspätung. Das Mammutunternehmen der Universität Princeton in Zusammenarbeit mit dem Russischen Staatsarchiv für Literatur und Kunst rettet eine Produktion, die von Künstlern und Forschern in Rußland und weltweit für verloren gehalten wurde. Simon Morrison, Professor für Musik in Princeton, der ein Buch über Prokowjew schreibt, entdeckte Meyerholds Notizen 2005 in einer bis dahin geheimen Abteilung des Archivs. Prokowjew schrieb die Musik in den 30er Jahren auf der Höhe seines Schaffens und hat es Zeit seines Lebens nicht hören können. / Patricia Cohen, International Herald Tribune 10.4. Puschkin in L&Poe: 2001 Mrz # Eine neue Nachdichtung des Verspoems «Der Dämon»; 2002 Okt (Warme Semmeln / Lyrik-Ballast); Nov (Mandelstams Venedig); 2003 Apr # Fjodor Iwanowitsch Tjutschew; 2004 Apr #49: Puschkins afrikanische und europäische Wurzeln / #50. Auftritt der Miscegens; Nov #40. Puschkin englisch/deutsch; 2005 Feb #57: Der Anfang der russischen Literatur; Jun #22. Jedes Jahr am 6. Juni / #45. Einer der "Tricks" 55. Egon Bondy ist tot Egon Bondy ist im Alter von 77 Jahren in Bratislava gestorben. Der am 20. Januar 1930 in Prag geborene Autor, mit bürgerlichem Namen Zbynek Fiser, erlag am Ostermontag einer schweren Krankheit. Bondy war in der sozialistischen Tschechoslowakei eine Schlüsselfigur der Regimegegner, unterhielt jedoch zeitweise auch enge Beziehungen zur Staatssicherheit. Bondys von dem deutschen Dichter Christian Morgenstern beeinflusste Poesie gilt heute als literarischer Klassiker der osteuropäischen Untergrundbewegung. / FR 11.4. In L&Poe: 2005 Nov #54. Tschechischer Underground Mehr: Der Standard / canada.com (engl.) / cyberpress.ca (frz) 54. Hanna Höch Die Berlinische Galerie feiert die Dada-Künstlerin Höch mit einer umfassenden Werkschau Von Gabriela Walde, Berliner Morgenpost 11.4. Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124-128. Tel.: 78 90 26 00. Bis 2. Juli, Mi - So 10-18 Uhr. Katalog: 39,80 Euro. Führungen: Sa/So, 15 Uhr 53. Anschlag harter Mißtöne Die Idee, Texte von Brecht als Grundstock für Rock-Musik zu nutzen, ist seinem Schüler, dem langjährigen Intendanten des Berliner Ensembles, Manfred Wekwerth, zu verdanken. An sich liegt sie nahe – überliefert ist des Dichters Ausspruch aus dem Jahre 1954, seine frühen Gedichte gingen »alle zu Gitarre zu singen«. Und in Brechts gesammelten Werken findet sich auch schon mal die Anweisung: »zu singen unter Anschlag harter Mißtöne auf einem Saiteninstrument«. ... War Brecht nun wirklich der verhinderte Erfinder des Rock‘n’Roll? Wer kann das wissen... In jedem Fall knüpft die Vertonung seiner Texte durch die Gruppe EMMA (männlich) nahtlos an die besten Traditionen des DDR-Rock der siebziger und achtziger Jahre. / Gerd Bedszent, junge Welt 11.4. »In der Sünder schamvollem Gewimmel – oder: Was Eugen Berthold Friedrich in Augsburg so alles gedichtet hat«. Brecht-Programm von Manfred Wekwerth mit den Schauspielern Renate Richter und Hendryk Duryn sowie der Rock-Band EMMA (männlich). Termine über: emma-maennlich.de. 52. Iain Galbraith, Schotte in Wiesbaden Schottlands Identität wird für ihn zur Zeit weniger ein Politikum als ein Poeticum sein. Kürzlich ist im Wiener Folio-Verlag unter dem Titel "Intime Weiten" eine Sammlung schottischer Gedichte erschienen, von ihm herausgegeben. Der prominenteste der zwölf Übersetzer dieser Anthologie ist der österreichische Schriftsteller Raoul Schrott, den Galbraith wiederum ins Englische überträgt. Am Rande der Stadt sind wir bald mitten in der Natur: Das Gespräch dreht sich zunächst um Vögel, die Galbraith in der Nähe seines Hauses beobachtet hat. Ein Milan habe mit einem Bussard gezankt - "kites and buzzards" - das sei bei Shakespaere geradezu ein Topos. Den Sprung von der Naturerfahrung zur Dichtung gab es auch im Leben des Autors Galbraith. Er zog als begeisterter Angler, Vogelkundler und Jäger so mit 16, 17 Jahren gerne mit der Schrotflinte über die Felder, in einem entlegenen Teil Schottlands. Eine Art "verkommene Liebe" sei das Töten der Tiere für ihn gewesen. Ein Gedicht von Ted Hughes hat ihm gezeigt, dass das Töten der Tiere, die literarisch "erfahrbar" waren, unnötig ist: "Man kann den Fisch auch aufs Papier ziehen". Solchen Fischfang betreibt Galbraith heute als Lyriker ausschließlich in englischer Sprache, obwohl er das Deutsche perfekt beherrscht. "Slow Food" nennt er schmunzelnd die Lyrik, deren Konzentration fordernde Form im immer schärferen Kontrast zur Beschleunigung der Welt steht. / Wiesbadener Tagblatt 7.4. 51. Aufbruchsstimmung in Haiti Nicht unerwähnt darf daher der berühmteste Schriftsteller Haitis bleiben: René Depestre. Der selbsternannte Nomade ist nach Jahrzehnten der Wanderschaft vor kurzem wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Diese Rückkehr gilt vielen jungen Künstlern als ein Zeichen für eine vorsichtige Aufbruchstimmung in der Kulturszene Haitis. Sie hoffen, dass die Präsenz Depestres dazu beitragen wird, dass die internationale Aufmerksamkeit weiter zunimmt und davon nicht nur die angestossenen Festival- und Museumsprojekte, sondern auch die jungen talentierten Künstler profitieren werden. / Frank Wittmann, NZZ 10.4. 50. 7 aus 483 Der kanadische "Lyrikveteran" Don McKay ist einer der sieben für die shortlist ausgewählten Kandidaten für den Griffin Poetry Prize 2007. Dabei ist auch Frederick Seidel, einer der Gründungsherausgeber der ikonischen Literaturzeitschrift "The Paris Review". Seidel, der in Manhattan lebt und ein Schützling von Ezra Pound und Robert Lowell war, kandidiert für den internationalen Preis zusammen mit Paul Fraley (UK) sowie Rodney Jones und Charles Wright (beide USA). Für den nationalen Preis kandidieren außerdem Ken Babstock und Priscila Uppal, beide aus Toronto. Beide Preise sind mit je 50.000 Dollar dotiert. Die sieben ausgewählten Autoren werden zu einer Lesung im Juni nach Toronto eingeladen. Die beiden Sieger werden am 6.6. bekanntgegeben. Die Jury aus den Dichtern John Burnside, Charles Simic und Karen Solie hatte unter 483 Büchern aus 15 Ländern zu wählen. / CBC 3.4. 49. Nigrische Gedichte und Wirklichkeiten Wie heißt das Adjektiv zum Land Niger? Auf Deutsch geht das leicht: nigrisch. Aber auf Englisch? Nigerian ist besetzt von dem großen Nachbarland im Süden. Die meisten behelfen sich mit Umschreibungen. Es gibt aber eins. Nigrisch heißt auf Englisch bis auf den Akzent genau wie auf Französisch: Nigerien. Do you know a Nigerien writer? Einen nigrischen Schriftsteller? Im jüngsten Heft von Lettre kann man etwas darüber erfahren. 2006 feierte mindestens die halbe Welt den senegalesischen Autor Léopold Sédar Senghor. (Klar - der war Franzose, französischer Akademiker. In der frankophonen Welt werde der gesamte Kulturbetrieb von Paris aus gefördert und gesteuert, sagt Abdourahman A. Waberi.). Der Nigrer Boubou Hama, dessen Geburt ebenfalls 100 Jahre zurücklag, wurde vergessen. Offenbar auch in Niger selbst. Ein Land ohne Buchhandlungen. Bücher in Haussa werden dort auf den Märkten verkauft - aber sie stammen aus Nigeria, die Drucker und die Autoren. Boubou Hama (1906-1982) ist (oder war?) Nationalheld und Gründungsvater der Republik Niger: erster Grundschullehrer, Abgeordneter des kolonialen Niger, Präsident der Nationalversammlung 1960-74, Schriftsteller, Historiker und Verfasser der Nationalhymne Nigers. Seines Jubiläums wurde gerade noch im letzten Moment durch einen Gedenktag in den Schulen gedacht. Der eigentliche Grund für das Vergessen liegt in Tabudunkel. Ein Wissenschaftler, der sich in Hamas Heimatdorf begeben hatte, wurde von den Bewohnern verjagt. "Boubou Hama bedeutet hier nichts. Gehen Sie woanders hin!" Der Grund: er stammt von Sklaven ab. 2003 wurden in Anwesenheit nigrischer und internationaler Medienvertreter in verschiedenen Gegenden Nigers Tausende Sklaven befreit. (Die Medien, die ich frequentiere, scheinen nicht dabeigewesen zu sein?). Aber die Information über Sklavenherkunft kann Heiratskontrakte auflösen und politische Karrieren beenden. Niger besaß die erste eigene Filmbranche zur Zeit der Entkolonialisierung. Davon ist nichts übrig. Anders als zum Beispiel in Mali gibt es keine aktive Kulturszene. Immerhin gibt es den Dichter Hawad, der noch vor kurzem in Aix-en-Provence lebte und jetzt eine Kultureinrichtung in Agadez eröffnet hat. "Dieser wortgewaltige und brillante freidenkerische Dichter ist der alleinige Bewahrer des poetischen Erbes der Tuareg und der Tifinagh-Schrift, für die er eigens Zeichen und Software-Programme entwickelt hat." Aber es gibt "alle 50 Meter eine Moschee, wie in Zinder, aber landesweit nur 189 Internetzugänge". Zurück zur Poesie: Die Poesie von Hawad, in Tamaschek gedacht und nachempfunden, in Tifinagh geschrieben und unter Mitwirkung von Hélène Claudot ins Französische übersetzt, zu lesen heißt, das geistige Universum der Tuareg durch eine einzigartige Tür zu betreten, eine Poesie, die mit der Milch der Kultur seines Volkes, das er in Ehren hält und gleichzeitig an den Pranger stellt, genährt ist. Die Poesie des Sängers der Auflehnung, des Nomadentums und der Brüderlichkeit ist stark und scharf, so allgemeingültig wie außergewöhnlich. ... Seine Dichtung zählt an die zehn meist mit Kalligraphien versehene Titel, darunter Testament nomade, Buveurs de braise, Sept fièvres et une lune, Caravanes de la soif oder Le coude grinç ant de l'anarchie. Alle Werke wurden in Frankreich veröffentlicht. (Mal sehen, ob man sie im Internet bekommen kann) / Lettre 76, Frühjahr 2007, S.122f Hawad in L&Poe: 2006 Okt #114. Tuaregs im 21. Jahrhundert 48. Über den palästinensischen Lyriker Taha Muhammad Ali schreibt Victoria Chang, Boston Review March/April 2007, anläßlich einer englischsprachigen Ausgabe. So What: New and Selected Poems, 1971-2005 In L&Poe: 2004 Sep #85. Berliner Anthologie 47. Vorkehrungen Lettre 76, Frühjahr 2007: István Vörös: Heidegger als Postbeamter. Zweiter Gesang / William Dalrymple: Homer in Rajasthan. Bhopas singen die großen Epen aus dem Gedächtnis / Alain Badiou über deutsch-französische Momente. Zitat aus dem Letzteren: ... auch Brecht ist ein wenig Franzose. Mögen mir die Deutschen diese sukzessiven Annexionen verzeihen, die ja nichts weiter als Vorkehrungen für unsere Vereinigung sind. Ein wenig Franzose ist er in dem Sinn, daß man, schaut man sich Im Dickicht der Städte an, dort ganze Passagen von Rimbaud dem Text einverleibt findet. 46. Bella triste in Leipzig Des Nachts kann dann der livelyrIX Poetry Slam im Leipziger Volkshaus loslegen, und nun warten im Cortex alle schon seit einer Stunde auf einen, der »in dieser Straße unterwegs ist mit seiner Tasche voller Bella-triste-Jubiläumshefte und uns leider nicht findet«, wie Florian Kessler, Moderator und Mitglied des Redaktionsteams, in sanfter Verzweiflung spottet, während schon die ersten zwei Gäste unter Protest abziehen. Egal! Es geht nicht um Verkoofe, die erste Lektion aller Lyrik-Zeitschriften ist hier begriffen. Nur dieses eine bleibe offen, sagt Kessler, »wir haben seit vielen Jahren viele Gedichte gelesen, und unser Dilemma war: Nicht eine Lyrik hat sich abgezeichnet, sondern ein Kaleidoskop von Stimmen.« Wörterhallräume! Was daran aber zeitgenössisch sei? Er will es wissen. Die Dichterin Monika Rinck, die ihr Croque beiseite gelegt hat und an einen kleinen Tisch vor der Wand gezogen ist, sagt, nicht ohne Spitze, sie führe Gespräche über Dichtung mit einer alten Dame, die über 70 sei, und ansonsten gelte für alle, endlich wahrzunehmen, dass man gezwungen sei, Leute ernst zu nehmen, deren Geburtsdatum irgendwann in den 80ern liegt.« Die Dichterin Ann Cotten, Jahrgang 1982, sagt in ihrer in jeder Hinsicht ungeschminkten Art: »Ich glaube, dass man mit allen sprechen muss, mehr habe ich nicht zu sagen.« Wieherndes Gelächter der Eingeweihten. Die Nummer 1 von Bella triste erschien vor sechs Jahren. Drei Hefte pro Jahr, Auflage 1000 Stück (Jahresabonnement 15 Euro, Sonderheft allein 8 Euro). Die Autoren rekrutieren sich aus dem Studiengang kreatives Schreiben der Universität Hildesheim, die Redaktion existiert in der Küche einer WG, die mit »zwei Lyriker und dazu Belletristen« beschrieben wird. Aber man muss deshalb nicht für simple Kost halten, was im Kookbooks Verlag erscheint. / Susanne Mayer, Die Zeit #14 45. Über das Verhältnis von Autobiographie und Lyrik denken Dan Chiasson und Meghan O'Rourke in einem Briefwechsel bei Slate (28.3.) nach. Es sei ein wichtiges Thema der gegenwärtigen Lyrik, sagt Meghan O'Rourke. Was werden die Tanten und Onkel sagen, wenn sie die Gedichte lesen und alles für bare biografische Münze nehmen? Erörtert wird das Thema u.a. bei Wordsworth, Lowell, Plath, Sexton und Sharon Olds. Dan Chiasson is the author of three books, most recently a work of literary criticism, One Kind of Everything. He teaches at Wellesley College. Meghan O'Rourke is Slate's literary editor and the author of Halflife, a collection of poetry. 44. Tony Harrison 70 Tony Harrison ist einer der größten lebenden Dichter der Welt, sagt Chris Bond, Yorkshire Post 28.3. Zu seinem 70. Geburtstag erscheinen im April seine Gesammelten Gedichte und "Collected Film Poetry" (Penguin und Faber and Faber). Harrison wuchs in Beeston auf, südlich von Leeds. Nach dem Studium in Leeds ging er für 4 Jahre als Lehrer nach Nigeria, wo er sein erstes griechisches Schauspiel inszenierte,, Aristophanes' Lysistrata, 1964. Dann ging er für 18 Monate nach Prag. Sein erster Gedichtband erschien 1970. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den Geoffrey Faber Memorial Prize für "The Loiners", den Whitbread Poetry Award für "Gaze of the Gorgon und im März den Wilfred Owen Poetry Award. "Poet laureate der Linken“ wird er zuweilen genannt. Er sagt: "Wenn ich noch 20 Jahre Zeit habe, lerne ich vielleicht, wie man Gedichte schreibt. Das Schreibenlernen hört nie auf, weil es das Leben immerzu neu entdeckt. Lyrik hilft mir, eine Art Gleichgewicht zu behalten, weil ich diesen schrecklich dunklen Intellekt habe und ein festliches Herz. Aber ich brauche die Lyrik, um beide zusammenzuhalten, ohne sie könnte ich nicht leben." In L&Poe: 2002 Mai # «What ur-Sprache did the labour speak?; 2003 Feb # So That´s What It´s Like; 2007 Mrz #111. Zorn; 2007 Mrz #139. Preisträger 43. Artie Gold, Poet Artie Gold, einer der besten Dichter Kanadas, starb am St.Valentinstag. Gold, Mitglied der Vehicule Poets, starb friedlich nach langem Kampf mit Emphysem und dem größten Teil der Welt. 1947 in Brockville, Ontario, geboren, war Artie Gold mehr als 30 Jahre lang präsent in Montreals Lyrikszene. Obwohl er in den letzten 10 Jahren wenig herauskam, radelte sein Geist emsig durch die geliebte Stadt. Er liebte es, um Mitternacht durch die Straßen zu streunen und den verborgenen Wert und die Schönheit in den von anderen zurückgelassenen Dingen zu suchen. Er sammelte sie und stellte sie aus, die Nippes der Welt, auf seinen Regalbrettern, Tischen, in Taschen und Gedichten:
I have knapsacks full of knick-knacks
(Untitled)
Ich habe Rucksäcke voller Nippes
/ ENDRE FARKAS, canada.com 7.4. 42. Doppelt entfremdet Martin Espada ist Lyriker und Englischprofessor an der Universität von Massachusetts-Amherst. Sein achter Gedichtband "The Republic of Poetry" erschien im vergangenen Oktober. Er ist, in den Worten der Schriftstellerin Sandra Cisneros, "der Pablo Neruda Nordamerikas". Bei Foreign Policy In Focus am 4.4. ein Gespräch Espadas mit dem Lyriker E. Ethelbert Miller. Hier sein Gedicht "Jorge the Church Janitor Finally Quits" . Zitat aus dem Gespräch: Ein puertorikanischer Schriftsteller aus New York ist doppelt entfremdet: zuerst die Entfremdung von Puerto Rico; dann Puerto Ricos Entfremdung von sich selbst. Puerto Rico ist eine Kolonie der Vereinigten Staaten. Es mag ein Gemeinplatz sein, daß man niemals zurückkehren kann, aber bei einem besetzten Gebiet ist es besonders wahr. Ein puertorikanischer Autor aus New York, wie ich es bin, ist doppelt entfremdet. Ich vergesse nie, daß ich in diesem Land zu einer marginalisierten, zum Schweigen gebrachten, ja verachteten Gemeinschaft gehöre; aber in Puerto Rico, als "nyorikanischer" Dichter, bin ich wieder marginalisiert, aus Gründen, die zum Teil mit dem Kolonialstatus der Insel zu tun haben. Merkwürdig genug, dieses Gefühl, nirgendwo zu Hause zu sein, nirgendwohin zu gehören, erzeugt eine Reibung, die die Funken der Poesie entzündet. Wenn ich immer am Rand bin, dann bin ich zwangsläufig der Beobachter; wenn ich immer draußen bin, dann bin ich per Definition unabhängig; wenn ich an keinem Platz verankert bin, dann kann ich wandern; wenn ich nie von Loyalität geblendet bin, dann kann ich die Wahrheit aussprechen, so wie ich sie sehe. Bei The Broklyn Rail, April, ein Gespräch von Gabriel Thompson mit dem Autor (A Bard from East New York: MartÍn Espada) Bei L&Poe: 2003 Apr ("Our country´s dead/ melt into the earth"); 2005 Aug #23. Zweisprachlichkeit und Sprünge; 2006 Apr #17. Durchbohrt, gebannt; Dez #21. Republik der Poesie; Dez #51. Diktator im Buchladen 41. Welche Wahl Für einen Jungen aus St. Lucia waren die Rhythmen und Klänge der englischen Lyrik ein Paß für die Welt; aber auch eine Bürde. Die Sprache der Kolonialherren war nicht die Sprache seiner Herkunft. "Welche Wahl soll man treffen", schrieb er, "Zwischen diesem Afrika und der englischen Sprache, die ich liebe? / Alle beide betrügen, oder zurückgeben was sie geben?" / WILLIAM LOGAN, NYT 8.4. über SELECTED POEMS Walcott in L&Poe: 2001 Jul # Lyrikertreffen: "Landkarten der Poesie" in Berlin; 2001 Aug #37. Was tut man; 2001 Okt; 2002 Jan # Walcott schlampig; 2002 Jan # Neues zu Brodsky; 2003 Feb # US-Lyriker gegen Krieg; 2004 Mrz #9. Lyrikreise; 2004 Jul #31. Goniatiten schreiben; 2004 Okt #97. Baudelairebahnhof nahe Lautréamont; 2004 Nov #11. Walcott & Co.; 2004 Dez #16. 100 bemerkenswerte Bücher; 2005 Mrz #117. Dichter hören; 2005 Nov #107. Einen Nobelpreis würde er dafür nicht; 2005 Dez #1. Karibische Lyrik, mündlich und schriftlich; 2006 Mrz #97. Es gibt sie immer noch; 2006 Mai #27. Russischer Odysseus; 2006 Okt #126. Was ist ein Kwansaba?; 2007 Jan #39. Transnationale Dichtung; 2007 Feb #128. Herr Cogito & Co. Nachrichten 1-40 hier | ||||||
In diesem Monat über (zur Nachricht bitte nach der angegebenen Nummer blättern - Sachregister unten)
American Life in Poetry: 25 | ||||||
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